ich möchte mich nicht wiederholen, doch Rückblick und Ausblick muss sein um den gegenwärtigen Moment zu schätzen. Ich danke allen Menschen, die mich zu dem gemacht haben der ich heute bin. Ein im Moment lebender Mensch. Ich plane nicht wie früher dezidiert und punktgenau, weil ich heute weiß, dass immer was dazwischen kommt. Doch am Ende des Tages geht immer wieder eine Türe auf, die einen weitergehen lässt.
Das Weitergehen bzw. Aufstehen ist für uns Epileptiker enorm wichtig. Wichtiger, weil wenn wir uns nach einem Anfall gehen lassen die Spirale nach unten sich dreht. Manchmal benötigt man das ganz unten zu sein. Ja, wenn man an sich glaubt und weiter macht, benötigt man nur Zeit um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Manche bereut man auch als Epileptiker, doch ich lebe noch und bekomme den Führerschein in meinem Leben wieder. Weil ich bewusst unbewusst entschieden habe meinen Führerschein 2015 abzugeben, hatte ich keine andere Wahl als zu laufen ode öffentliche bzw. meine Familie oder Freunde mich fuhren. 10 Jahre später ist Akzeptanz eingekehrt in viele Dinge die ich nicht darf. Doch mache ich viele Dinge, die Menschen ohne Epilepsie nicht machen. Ich singe im Chor, ich treibe seit einiger Zeit wieder Sport, sodass ich heute auf 1,5 Stunden gekommen bin bevor meine Frau aufwachte.
Darum einen kleinen Rückblick: immer wenn ich so ausgeglichen war. Hatte ich ganz lange Zeiten ohne Anfall und durfte Auto fahren. Bei mir war es immer super, wenn Körper, Geist und Seele im Einklang waren. Zwischen 5-12 keine Anfälle. Zwischen 16-24 keine Anfälle nur nächtliche Probleme. Von 29-34 hatte ich keine Probleme. Danach habe ich mich selbst lange nicht mehr wieder gefunden. Ich ließ mich zu sehr in eine Rolle drängen, die ich nicht bin und nie sein wollte.
Zwischen 47 und 49 war ich wieder im flow, doch danach begann ich denselben Fehler wieder zu machen. Seit nunmehr fast 10 Monate habe ich wieder los gelassen, alte Muster in die ich immer wieder fiel abgelegt. Für immer. Ich mache nur noch das was mir Freude bereitet. Ich habe mich vom Ballast des Besitzes abgekoppelt. Das Leben kann so unbeschwert sein. Genügend Schlaf, genügend Sport, damit mein Gehirn die überschüssigen Protonen im Gehirn abbaut, kein Stress, Akzeptanz das ich einzigartig bin, Los lassen um neues aufnehmen zu können. Das gilt für alte Erinnerungen, alten Krempel, Menschen, die nicht mit mir wollen. Was ist dadurch passiert. Ich habe eine gewisse Leere bekommen, ie ein Behälter, der wieder aufnehmen kann. Genauso gilt das für Arbeitsweisen die mal waren. KI wird nicht aufzuhalten sein. Die Weigerung sich zu verändern war immer in Problemphasen mit meiner Schwachstelle Kopf verbunden. 2023 habe ich eine ganze Veranstaltung mit 500 Menschen gesprengt. Das hat unterbewusst ganz viel bei mir ausgelöst. Menschen rbeiten anders als wir, Menschen sind anders, ich kann es nicht ändern 2023 wollte ich ändern. Dabei kann man nur sich ändern und der Rest ums sich verändert sich. Nicht gleich, auch dies braucht Reinigung. Reinigung, die ganz wichtig ist.
Was will ich damit sagen: Egal wie schlimm du es hast, wie es deinem Kind geht. Du kannst als Eltern nur Fürsorge walten lassen. Auch als Betroffener kannst du nicht Eltern Geschwister oder Partner ändern. Nur dich, dann ändern sich alle, auch wenn immer wieder Bilder der Vergangenheit auftauchen. Ein Tipp: Lasse die Bilder unbewertet vorbei ziehen. Egal was du bist, Betroffener, Eltern, Geschwister oder Partner, Freunde etc. Nur wenn wir bewerten wir die Angst schlimmer. Die Natur macht das auch nicht. Oder habt ihr schon mal ein ganzes jahr die Wolken am Himmel gleich gesehen. Die Blätter eines Baumes fallen ab und das ist gut für den Baum, sonst stirbt er. Der Baum weiß das, daher wehrt er sich nicht. Er fließt. Er weiß, dass das Frühjahr wieder neue Blätter bringen wird, weil er sich ohne Last der Blätter über Winter erholen kann und Saft aufnehmen um neu durchzustarten.
Euer
Jürgen
