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Was ist leben als Epileptiker ?

Anfallsfrei für jemand wie mich. Verbesserung der Anfallsfreiheit für jemand der am Tag 5 Anfälle hat. Weniger Müdigkeit, durch weniger Medikamente. Als Kind Freude unbeschwert mit anderen. Kein Mangel an Stille. Leere kann befreiend sein. Fülle zu viel. Termine geschäftlich, private Termine ständige Emails auf 2 oder 3 Emailkonten, sämtliche Nachrichten, die wir über sozial media bekommen, whats app etc.

Ich bin gerade dabei diese Fülle an Terminen zu verringern. Ein Akku der Voll ist kann auch mit weniger viel erreichen. Seit ich Klarheit habe, meinen Weg gehe, weniger arbeite, dafür mehr für meine Gesundheit tue, geht es mir besser. Nun habe ich den Vorteil, ganz viele gute Lehrmeister in meinem Leben gehabt zu haben. Dies fin mit der Schule an. Wir hatten noch Lehrer, die uns was beigebracht haben für das Leben. Nicht nur lernen für eine Prüfung, sondern fürs Leben. Das ging weiter über meinen Lehrbetrieb, der mir ganz viel beigebracht hat. Bis einer der Chefs ausbezahlt wurde. Ab da war es ein Betrieb wie alle anderen. Am meisten gelernt habe ich durch Rückschläge als Epileptiker. Meistens waren es die Zeiten, die ich in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebte. Leben passiert jetzt. Jetzt wo ich schreibe findet mein Leben statt. Nicht durch die Gedanken die dadurch entstehen, die mich manchmal abschweifen lassen. Darum bin ich nicht in der Zukunft sondern hier. Die Natur macht uns alles vor. Ich habe nur zulange benötigt um zu verstehen.

Die Macht der Leere gibt Raum. Nicht die Wände eines Hauses lassen und Leben, sondern der Raum der dadurch entsteht.

Ebenfalls ist ein leeres Blatt mehr Wert wie ein voll geschriebenes Blatt. Mit dem leeren Blatt habe ich die Möglichkeit zu schreiben wie jetzt. Ein Epileptiker benötigt auch mehr Ruhe. Auch er/sie kann durch Ruhe Entschleunigung und weniger Angst vor der Zukunft ein erfüllteres leben führen.

Festhalten an Dingen, die mich nicht bereichern, loszulassen ist eines der wichtigsten Dinge die mir geholfen haben. Heut ist es ein Jahr, dass ich trainiere wie früher als ich anfallsfrei war. Ebenfalls habe ich meine Ernährung umgestellt. Seit märz bin ich nun anfallsfrei. Der feste Tagesablauf mit morgendlicher sportlicher Betätigung auf mich abgestimmt, genauso wie mehr pflanzliche Proteine mehr Spurenelement und Vitamine. Ich bin nicht vegetarisch oder vegan unterwegs. Doch als ich Kind war gab es auch nicht jeden Tag Fleisch. Ich glaube auch hier ist uns die Natur vorraus. Die Natur ist immer mit dem zufrieden was es bekommt. Der Baum im Herbst entledigt sich alles überflüssigem was er nicht braucht. Er kommt mit weniger durch. Erst wenn es wieder warm wird, wachsen neue Blätter. Dies meine ich mit Raum. Sobald du leer bist und einen großen Raum hast zum aufnehmen, gelingt dir alles was du dir vorstellen kannst. Als Epileptiker meine ich hier nicht alleine ohne Arzt was zu unternehmen, sondern mit deinem Arzt darüber zu sprechen. Viele Menschen sammeln ganz viel. Ich habe das auch schon gemacht. Heute habe ich nach einem Jahr Dinge erledigt, die mich belastet haben. Wieder mehr Raum um neues zu lernen und aufzunehmen.

Öffne dich und du wirst verletzbar. Verletzung ist nicht schlimm, wenn du es nicht bewertest. In der Bewertung deiner Gedanken fängst du an zu leiden. Akzeptanz und loslassen ist mehr Heilung wie die Beurteilung von Sätzen di du dir von Menschen angehören musstest. Sei mitfühlend und respektiere den Schmerz. Leide jedoch nicht weil dieser verletzende Satz gefallen ist. Wenn ich über Heilung spreche, dann nicht über deine Epilepsie. Mit Heilung meine ich, dass ich nicht die Sätze von Eltern, Geschwistern, Freunden Omas und Opas bewerte. Oft haben Eltern, Geschwister, Freunde, Omas und Opas eigene Probleme, die viele Wunden hinterlassen haben. Sie haben jedoch nie die Wunden geheilt. Darum reagieren Menschen auch im beruflichen Umfeld mit verletzenden Sätzen. Auch ich habe das schon gemacht. Es gibt niemand der keine Verletzungen in seinem Leben bekommen hat. Darum höre genau hin, was meint dein gegenüber und Frage nach was er sie damit meint. Diese Veränderung kann dich innerlich heilen. Es lässt weniger Verletzungen zu. Es darf einem Kind weh tun. Ein Indianer kennt kein Schmerz bleibt bei Kindern hängen. Nein ein Kind darf Schmerzen haben. Für viele von uns ist es schwer, so zu denken, weil wir ganz viel Programm in unserem Gehirn durch Erziehung egal durch wen geprägt wurden. Veränderung zu gehen, weil die Komfortzone zwar schön ist, weil wir uns da wohl fühlen, ist die wichtigste Botschaft, die ich euch heute mitgeben will. Wenn ich mich nicht verändert hätte, wäre ich nicht anfallsfrei. Ergo gibt es nur ein Mensch, der sich zum positiverem verändern kann. Du. Man hat immer eine Wahl. Wer sich verändert, wird nicht verändert. Gleichzeitig ist die Veränderung das einzigste was bleibt im Leben.

Euer

Jürgen

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